Meine Investmentbibel von Peter Lynch – der Börse einen Schritt voraus- Teil 2

30.08.2019 – Es gibt viele Bücher über das Investieren. Das Werk von Lynch (engl.”one up on Wallstreet”) gehört zu den für mich wichtigsten Büchern und beeinflusst mein Handeln nach wie vor. Nachdem ich in Teil 1 die Basics von Lynch beschrieben habe, soll es in Teil 2 nun konkret um verschiedene Aktientypen und meinen abgeleiteten Investmentansatz gehen.


Lynch, der selbst mehrere Vervielfacher verzeichnen konnte ( Ten-, Twenty- oder Fifty-Baggers) unterteilte Aktien gerne in verschiedene Kategorien. Je länger ich an der Börse bin, desto hilfreicher finde ich diese Unterteilungen bei der Strukturierung des eigenen Depots. Frei nach Peter Lynch unterteile ich meine Anlagen gerne in Stalwarts (u.a.Zykliker), Substanzwerte (sogenannte “Asset Plays”), schnellwachsende Unternehmen (sog. “Fast Growers”) und Turnarounds.


Stalwarts und Zykliker

Für den Kauf dieser Aktienkategorien gelten dabei unterschiedliche Kriterien. Kommen wir zuerst zu den sogenannten Stalwarts und Zyklikern. Stalwarts sind Aktien mit großen Marktkapitalisierungen wie sie z.B. im Dax vorkommen. Auch Coca Cola oder Johnson & Johnson fallen in diese Kategorie. Stalwarts können dabei mehr oder weniger Konjunktur abhängig sein. Sehr Konjunktur abhängige Aktien werden auch Zykliker genannt. Wie der Name verrät unterlaufen diese bestimmten Zeitabläufen und steigen und fallen mit dem auf und ab der Weltwirtschaft. In diese Kategorie fallen beispielsweise Automobilwerte, Stahlkonzerne aber auch Zulieferer. 

Lynch rät hier auf dem Tiefpunkt zu kaufen und auf dem Hoch wieder zu verkaufen. Das leuchtet natürlich ein und ist doch in der Praxis viel schwieriger als es sich anhört. Denn wer weiß schon wann das Tief erreicht ist? Nichtsdestotrotz gibt es genügend Anleger die Zykliker in Hochs oder generell nicht in Tiefs kaufen. So kauft man diese Aktien zu teuer ein. Für mich persönlich spielen Zykliker eine untergeordnete Rolle, auch deswegen, weil ich mir kaum zutraue die Tiefs zu treffen. Bekannte zyklische Aktien sind z.B. Daimler, Lufthansa, Thyssenkrupp. Stalwarts finde ich persönlich ebenfalls eher weniger interessant, außer diese notieren zu einer äußerst preiswerten Bewertung.



Substanzwerte (“Asset Plays”)

Viel spannender hingegen finde ich die nächste Aktienkategorie, den Substanzwert. Hiermit sind Aktien gemeint, die unter ihrem inneren Wert notieren. Zwar sind nach mehreren Jahren mit steigenden Märkten diese Sorte von Aktien Mangelware. Doch lohnt sich hier die tiefe Recherche. Ober mit den Worten von Lynch: wer 100 Steine umdreht entdeckt ein paar Möglichkeiten. Aus unterschiedlichen Gründen ist es dabei möglich, dass der wahre Wert der Aktie auf den ersten Blick schwer zu erkennen ist. Hier hilft dann nur der tiefe Blick in die Geschäftsberichte. Oftmals kann es Jahre dauern bis diese Aktien dann ihren fairen Wert erreichen, jedoch locken auch überdurchschnittlich hohe Renditen.


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Schnell wachsende Unternehmen (“Fast Grower”)

Als dritte wesentliche Aktienkategorie nennt Peter Lynch stark wachsende Unternehmen, sogenannte Fast Grower. Wie der Name erahnen lässt, verzeichnen diese besonders starkes Umsatz und/oder Ergebniswachstum. Jedoch sind Aktien dieser Kategorie oftmals auch schon entsprechend bewertet. An der Börse gibt es schließlich kein “free lunch”. Die Kunst ist es dabei diese Art der Aktien nicht zu teuer einzukaufen und sich dann Jahre am überproportionalen Wachstum zu erfreuen. So kann es auch schon reichen die Aktie zu einem “fairen” Preis zu kaufen. Ein Anhaltspunkt ist hier das historische KGV. Dieses kann ein Hinweis darauf sein wie der Markt in der Vergangenheit das Unternehmen bepreiste. Hier gilt es längere Betrachtungszeiträume zu wählen (mind. 5 Jahre).

Kauft man ein Unternehmen zu seinem durchschnittlichen historischen KGV und dieses wächst wie geplant weiter mit 20% p.a. kann dies die Rendite darstellen, die mit der Aktie zu erzielen ist (da der Kurs dann entsprechend auch 20 % zulegen würde). Gefährlich wird es, wenn Unternehmen plötzlich weniger stark wachsen. Dann ist es möglich, dass der ganze Investmentcase ins Wanken gerät. Die Folge sind scharfe Korrekturen der Aktienkurse.


Turnarounds

Wie es hier der Name bereits vermuten lässt sind Turnarounds Aktien von Firmen die äußerst schwierige Zeiten durchmachen. Meistens haben Investoren diese Aktien bereits in großen Teilen abgestoßen und diese notieren mangels Nachfrage zu sehr niedrigen Bewertungen. Die Kunst für einen Investor besteht nun darin, einzuschätzen ob die Unternehmen wieder in die Spur kommen. Gelingt das, können sich Aktien dieser Gattung verfielfachen. Allzuoft schaffen Unternehmen aber keinen nachhaltigen Turnaround, dann müssen Investoren ihren Einsatz abschreiben.


Fazit (Teil 2)

Das Buch von Lynch eignet sich sowohl für Anfänger als auch für Investoren mit fortgeschrittenem Wissen. Ich wünschte es wäre mir noch früher in die Hände gefallen. Die Einordnung von Aktien in unterschiedliche Kategorien hilft mir persönlich bei der Strukturierung meines Portfolios und bei der Bewertung von Aktien enorm. Dabei konzentriere ich mich auf Fast Grower und Sustanzaktien. Bei Turnarounds sehe ich ebenfalls Chancen auf eine Outperformance, allerdings empfinde ich Investements in diesem Bereich als besonders herausfordernd an.


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Das Buch von Peter Lynch gibt es im englischen Original hier (es handelt sich dabei um einen Provisonslink) :

Peter Lynch – One up on Wallstreet bestellen


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Über den Autor



Quellen

Peter Lynch – Der Börse einen Schritt voraus. Wie auch Sie mit Aktien verdienen können – Gebundenes Buch – 1997

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Börsenbuchverlag; Auflage: 1 (20. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783864705656
  • ISBN-13: 978-3864705656
  • ASIN: 3864705657


One Up On Wall Street: How To Use What You Already Know To Make Money In The Market (Englisch) Taschenbuch – 3. April 2000


  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Simon & Schuster; Auflage: ed (3. April 2000)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0743200403
  • ISBN-13: 978-0743200400

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