Gastbeitrag: Analyse der Heidelberg Pharma AG Teil 4/4

Vor kurzem bin ich über die äußerst interessanten Beiträge des Privatanlegers Achim F. (auch bekannt unter dem Pseudonym “BICYPAPA”) zum biopharmazeutische Unternehmen Heidelberg Pharma (WKN: A11QVV) gestoßen. Hier nur der 4. und letzte Teil seiner Analyse.


Im vierten und letzten Teil der Serie folgt nun eine Bewertung aller Geschäftsfelder von Heidelberg Pharma. Ich versuche dabei ein begründetes persönliches mittelfristiges und langfristiges Kursziel herzuleiten.


Inhaltsverzeichnis Analyse Teil 4/4

1. Besondere Merkmale der Firma 2. Kompetenz und Technologievorsprung 3. Bewertung der Technologiepartnerschaften 4. Bewertung der Wirkstoffe RENCAREX, MESUPRON und REDECTANE 5. Bewertung der eigenen Kandidaten insbesondere HDP-101 6. Einschätzung der Kursziele 6. Finanzen und Sonstiges 7. Risiken bei Biotechwerten


Heidelberg Pharma AktieQuelle:https://heidelberg-pharma.com
Anzahl Aktien28.133.308
Kurs (bei Erstellung des Artikels) 3,260 EUR
Marktkapitalisierung91.714.584 EUR
AnteileFreefloat ca. 20 %
Dietmar Hopp ca. 75 %
Anteil UCB ca. 4%
NotierungRegulierter Markt der Frankfurter Wertpapierbörse, Prime Standard



1. Besondere Merkmale der Firma und Einleitung:

Durch die letzten Beiträge konnten Sie lieber Leser erfahren, was Heidelberg Pharma alles macht und welche Projekte aktuell laufen. Nun kommen wir zu dem Punkt, dass man dies ein wenig einordnen sollte und die Chancen und Risiken gegeneinander abwägt und ein realistisches Kursziel zu dem Wert bestimmt.

Da ist es sehr hilfreich, wenn man Werte in der Entwicklung vergleicht, die ähnliche Verläufe hatten. In Deutschland bieten sich zwei solcher Werte an. Das wären meiner Meinung nach MorphoSys und Evotec, die um die Jahrtausendwende an die Börse gegangen sind. Ähnlich sehe ich die Gegebenheiten von HP in der Entwicklung der Pipeline in den Frühphasen dieser beiden Vergleichswerte. Dem möchte ich jetzt Heidelberg Pharma gegenüberstellen. Mittlerweile sind diese beiden Vergleichswerte mit etwa 3 Milliarden an der Börse bewertet. Heidelberg Pharma wird selbst nach dem Anstieg der letzten Tage bei einem Kurs um die 3€ gerade mal mit ca. 85 Millionen € an der Börse bewertet. Wenn sie auch in großen Bereichen noch viel früher in der Entwicklung sind wie jetzt Evotec oder MorphoSys, haben sie die Besonderheit, dass sie mit dem Produkt REDECTANE schon in der Phase 3 sind. Meine Aufgabe liegt nun darin all die Faktoren aufzuzählen, die die Bewertung bestimmen. Dazu verwende ich eine Projektion wie es bei voraussichtlicher Entwicklung bei HP in drei vier Jahren aussehen könnte. Die Entwicklung sollte sich dann in den Kurszielen niederschlagen.


2. Kompetenz und Technologievorsprung:

Die Einzigartigkeit von Heidelberg Pharma ist wohl die große Fachkompetenz in Sachen Amanitin Forschung. Wahrscheinlich sind sie die Einzigen auf der Welt, die den Wirkstoff Amanitin im industriellen Maßstab herstellen können und eine Produktion garantieren können, die allen Ansprüchen (Forschung und Produktion) gerecht wird. Im Augenblick ist dies ein Alleinstellungsmerkmal, das keine andere Firma weltweit zu bieten hat.


3. Zur Bewertung der Technologiepartner:

Takeda:
Ich möchte noch vorausschicken, dass ich an dieser Stelle teilweise mit Schätzungen arbeite, die sich doch in einem Rahmen bewegen die international üblich sind. In drei vier Jahren hat Takeda wohl etwa zwei Projekte in der klinischen Entwicklung. Pro Kandidat werden etwa 110 Million USD an Optionsgebühr aktiviert, die sehr wahrscheinlich an den üblichen Punkten gezahlt werden. Ein dritter Kandidat befindet sich demnach noch in der Erforschung und bei Zulassung des Wirkstoffes werden etwa 5% Umsatzbeteiligung fällig. Es ist davon auszugehen, dass sich Takeda wohl Ziele ausgesucht hat, die mindestens im Milliardenbereich liegen werden. Für mich ist dies, in etwa, das wahrscheinlichste Szenario.


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