Aktiv oder passiv anlegen? Und wieso ich in Einzelaktien investiere

Studien sowie Experten sind sich weitestgehend einig: der durchschnittliche Privatanleger schneidet mit der Anlage in breite Indexfonds (ETFs) langfristig besser ab als mit aktiv ausgewählten Aktien. Wieso investiere ich also trotz dieses Wissens in Einzelaktien? – Teil 1 der Reihe zu meiner persönlichen Anlagestrategie.


Glaubt man den gängigen Statistiken und Artikel ist die Sache klar: der durchschnittliche Privatanleger erreicht mit seiner persönlichen Aktienauswahl (sogenanntes “Stockpicking”) nicht die Rendite eines Index – auf Sicht von mehreren Jahren. Und auch die aktuellen Aktionärszahle des Deutschen Aktieninstituts sprechen eine eindeutige Sprache: so halten in 2018 im Vergleich zum Vorjahr 373.000 Menschen weniger auf direktem Wege Aktien (ca. 7 % der Bevölkerung). Zulegen konnte demgegenüber die Zahl an Aktienfondsbesitzern (darunter fallen auch ETFs), mit einem Zuwachs von 617.000 Anlegern was 7,8 Mio. Menschen oder 12,2 % der Bevölkerung entspricht. Ist aktives Investieren also überholt?


Dass es auch anders geht, beweisen die größten Fondsmanager unserer Zeit. Zu nennen sind hier z.B. Peter Lynch, der über 13 Jahre eine durchschnittliche Rendite über knapp 30 % p.a. erzielte. Auch ein Warren Buffett konnte lange Jahre eine phänomenale Rendite von 30 % pro Jahr erreichen, bis er über mehr Geld verfügte als noch sinnvoll anzulegen ist. George Soros ist ein weiteres Beispiel eines aktiven Investors mit einer durchschnittliche Rendite von 29 % jährlich über 34 Jahre. Ein weiterer Vertreter wäre Joel Greenblatt mit erzielten 45% p.a. über 19 Jahre. Wie wurden diese Renditen erzielt? Durch knallhartes Investieren gegen die breiten Märkte und konträr zum Prinzip der Markteffizienz (“der Markt hat immer Recht”) mit der Überzeugung, dass der Markt eben genau dies nicht ist.


“Es ist ein riesiger Vorteil, nicht viel Geld zu haben. Ich denke ich könnte eine Rendite von 50% pro Jahr erzielen, wenn ich 1 Mio. Dollar anlegen würde. Nein, ich weiß dass ich es könnte, ich kann es garantieren.” – Warren Buffett, im Jahr 1999.

Quelle: https://boards.fool.com/buffettjayhawk-qa-22736469.aspx?sort=whole#22736469


Die Kosten

Doch zurück zum Thema aktives Investieren vs. passives Investieren und was diese Erkenntnisse für den geneigten Privatanleger nun bedeuten. Zunächst einmal ist ein Investment in einen Indexfonds auch ein Eingeständnis: mehr als die Marktrendite ist damit nicht zu verdienen. Doch genau genommen ist es nicht einmal die (langfristige) Marktrendite, die bei den großen Indizes zwischen 7 und 9 % p.a. beträgt, welche verdient wird. Zwar sind gerade ETFs durchaus günstig, trotzdem fallen auch mit diesen Finanzprodukten Kosten an. Jährlich betragen diese in der Regel, bei kostengünstigen Varianten, zwischen 0,3 – 0,7 %, was insbesondere auf Dauer und gerade bei steigenden Anlagesummen keinen unerheblichen Betrag ausmacht.

Noch teurer wird es für Anleger bei aktiv gemanagten Fonds. Hier kann die jährliche Gebühr schnell mal bis zu 3 % betragen. Der Anleger startet somit jedes Jahr mit -3 % im Rückstand und dieser will erstmal aufgeholt werden. Dabei ist das Prinzip denkbar einfach: je geringer die (Fix-)Kosten der Anlage desto höher die mögliche Performance.

Um die langfristigen Auswirkungen. auch nur geringer Unterschiede in der jährlichen Performance deutlich zu machen, nachfolgend einige Beispiele:


AnlagesummeAnlage 25 Jahre zu durchschnittlich 6 % p.a.Anlage 25 Jahre zu durchschnittlich 8 % p.a.Anlage 25 Jahre zu durchschnittlich 10 % p.a.Anlage 25 Jahre zu durchschnittlich 12% p.a.
10.000 EUR42.918,71 EUR68.484,75 EUR108.347,06 EUR170.000,64 EUR
150.000 EUR643.780,61 EUR1.027.271,28 EUR1.625.205,89 EUR2.550.009,66 EUR


Hier werden schnell gravierende Unterschiede sichtbar. So lässt sich ein Anlagebetrag von 10.000 EUR in 25 Jahren mit nur 2% mehr Rendite statt verzehnfachen sogar versiebzehnfachen. Wer 150.000 EUR mit durchschnittlich 12 % Rendite anstatt nur 6 % jährlicher Rendite anlegt, macht dadurch unglaubliche 2 Mio. Euro mehr aus seiner ursprünglichen Anlagesumme. Grund hierfür ist der Zinseszins-Effekt, der in den späteren Jahren der Geldanlage vermehrt in Erscheinung tritt. Damit wird deutlich, wie wichtig auch nur wenige Prozentpunkte jährliche Rendite sein können.



Des weiteren sind ETFs, im Gegensatz zu einem direkten Aktieninvestment, welches zum Besitz eines Anteils am Unternehmen berechtigt, schlicht eifach nur ein Finanzinstrument. Dies bedeutet: der Investor enthält hier keine direkten Unternehmensanteile ins Depot gebucht, sondern “nur” Anteile an einem Fonds. Was innerhalb des Fonds abläuft, z.B. welche Absicherungsgeschäfte betrieben werden, ist nicht immer offensichtlich. Der Anteilseigner trägt das Emittentenrisiko mit, dies ist in den meisten Fall der ausgebenden Bank zuzurechnen. ETF-Anteile fallen jedoch unter das Sondervermögen und damit nicht unter die Insolvenzmasse eines Unternehmens.


Underperformance aktiver Privatanleger

Also doch keine ETFs und mit Einzelaktien Kosten sparen und den Markt schlagen? So einfach ist es natürlich nicht. Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die meisten Privatanleger schlicht schlechter abschneiden als die Indizes. Doch wieso ist dies so?

Hier spielen eine Reihe von Faktoren eine Rolle. Primär handeln aktive Privatanleger zu oft. Studien zeigen, dass Privatanleger alle paar Monate ihre Positionen austauschen und die durchschnittliche Haltedauer pro Aktie gerade einmal 16 Monate beträgt.

Zur Einordnung: der eingangs erwähnte Peter Lynch gibt seinen Investments minimum 3-5 Jahre zur Erreichung seines vorher definierten Investmentcases. Ein Zeitraum, in dem sich bei den meisten Privatanlegern die Aktien schon lange nicht mehr im Depot befinden. Doch benötigen Aktieninvestments oftmals genau diese Zeit um den ursprünglich angedachten Kaufgrund eintreten zu lassen.

Von diesem Aktionismus der Privatanleger leben letztendlich die Banken und Broker in Form von Provisionen und Ordergebühren und auch der Staat freut sich über Abgeltungssteuer und Co. Den Kreislauf schließen einige umtriebige Finanzmedien, die durch reißerisch formulierten Berichte (Stichwort: Clickbait) Anleger gerne mal in Panik versetzen und damit zum Handeln animieren.

Darüber hinaus neigt der Privatanleger gerne dazu zu hohen Kursen zu kaufen (aus Angst Rendite zu verpassen) und zu niedrigen Kursen zu verkaufen (aus Angst vor Verlusten). Amüsant ist zu diesem Thema eine Studie zum Thema der Performance von Privatanlegern die zu dem Schluss kam, dass Anleger, die über Jahre und Jahrzehnte nicht über ihren privaten Brokeraccount gehandelt hatten (und teilweise sogar ihre Zugangsdaten vergaßen), eine bessere Performance erzielten, als Anlegern die regelmäßig aktiv waren.
Nun ist aber mangelnde Geduld oder fehlendes Durchhaltevermögen per se kein Argument für das Investieren in ETFs. Schließlich lässt sich das Prinzip des Buy and Hold auch mit Einzelaktien erfolgreich anwenden.



Hierfür müssen aber erst die richtigen Aktien ausgewählt werden und das ist die Crux. Für die richtige Auswahl benötigt man ein heutzutage kostbares und knappes Gut, nämlich Zeit. Von Warren Buffett heißt es, er lese nach wie vor bis zu 500 Seiten am Tag. Welcher Privatanleger kann das von sich behaupten? Und wer traut sich vorherzusagen welche Unternehmen in 10 Jahren deutlich besser dastehen als jetzt?

Gelingt die aktive Auswahl von Investments, bieten sich dadurch aber große Chancen, indem sich der Anleger die Rosinen unter den Unternehmen rauspickt und das zu einem selbst bestimmten Preis. Um ein Beispiel zu nennen, möchte ich persönlich über 50% der aktuellen Dax Unternehmen zu den aktuellen Preisen nicht im Depot haben. Kaufe ich einen Index auf den Dax, besitze ich über das Vehikel jedoch automatisch Anteile dieser Unternehmen. Sagt mir somit nicht alleine schon der eigene gesunde Menschenverstand, dass durch Auslassen dieser Underperformer der Index geschlagen werden kann?


Diversifikation

Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass ein weiterer gern getätigter Fehler vermieden wird. Allzu oft finden sich in den Depots von Privatanlegern nämlich entweder zu wenige, zu viele oder geographisch zu sehr auf einen Ort konzentrierte Unternehmensanteile. Diese fehlende Diversifikation wird dann schnell zum Verhängnis. Egal wie gut man glaubt ein Unternehmen zu kennen, Rückschläge sind jederzeit im Bereich des möglichen und hier schmerzt dann eine hohe Gewichtung empfindlich. Gleichzeitig konnte durch eine starke Konzentration auf wenige Werte Warren Buffett gerade in seiner Anfangszeit außerordentliche Renditen erzielen, wo wir jedoch wieder beim Thema von bis zu 500 Seiten Lektüre am Tag wären. Sofern man sich selbst nicht die Fähigkeiten eines Warren Buffets bescheinigt, würde ich persönlich mindestens auf 20 Einzelwerte setzen um eine ausreichende Diversifikation zu erreichen. Diese nimmt dann mit jeder weiteren Aktie immer mehr ab (Stichwort: abnehmender Grenznutzen).

Genausowenig wie auf zu wenige Werte, sollte sich der Privatanleger nur auf eine Wirtschaftsregion konzentrieren (sogenannter “Home Bias”, hiervon würde ich als einzige Volkswirtschaft nur die die USA unter Vorbehalt ausklammern).

Ein bekanntes Beispiel für jahrzehntelange Stagnation eines Index ist dabei Japan und der zugehörige Nikkei 225. Dieser erreichte 1989 seinen vorläufige Höchststand mit 38.916 Punkten, um dann in 2002 auf bis zu 8.579 Punkte zu fallen. Fast 30 Jahre später hat der Index seinen alten Stand immer noch nicht erreicht. Dies bedeutet: Anleger die vor 30 Jahren am All Time High investiert haben, haben ihren Einsatz immer noch nicht wieder raus (Dividenden hier außen vor gelassen).



Soweit die nackten Zahlen, aber was ist mit den sogenannten weichen Faktoren?

Aus persönlicher Erfahrung heraus kann ich sagen, mir macht der Besitz und die Investition in Einzelaktien einfach mehr Spaß. Und ich denke dieser Faktor sollte nicht unterschätzt werden, hilft er doch dabei langfristig am Ball zu bleiben. Mit dem direkten Investment in Unternehmen fühle ich mich als Miteigentümer, verfüge über Stimmrechte und kann die Hauptversammlungen meiner Unternehmen besuchen (was ich jedem Anleger nur empfehlen kann). Hier bietet sich insbesondere auch die Möglichkeit Fragen zu stellen und sich mit mit anderen Aktionären auszutauschen, ein Privileg das ETF Besitzern vorenthalten bleibt.


Fazit:

Argumente für Investments in Einzelaktien oder ETFs gibt es genug. Wichtig ist für den Privatanleger, dass überhaupt der Schritt an den Kapitalmarkt gewagt wird. Über welchen Weg dieser erfolgt ist dann erst im weiteren Verlauf wichtig.

Der durchschnittliche Anleger, insbesondere Anfänger, dürfte mit ETFs dabei besser fahren. Diese scheinen speziell zur Altersvorsorge das richtige Instrument zu sein. So empfiehlt Warren Buffet seiner Frau nicht ohne Grund, im Falle seines Ablebens , das geerbte Geld in einen S&P 500 Index zu investieren. Hierbei gilt es dann auf geringe Kosten (die sogenannte Gesamtkostenquote TER) zu achten, ebenso wie auf das Steuerart (steuereinfach oder steuerhässlich) und die Art der Verwendung der Dividenden (ausschüttend oder thesaurierend) des Produkts zu achten.

Gerade für (erfahrenere) Privatanleger mit, im Vergleich zu institutionellen Anlegern, verhältnismäßig geringen Depotvolumen dürfte eine Outperformance durch aktives Handeln eher möglich sein. So sind Investoren, die ausschließlich für sich selbst investieren, im Gegensatz zu vielen Fondsmanagern nicht an Auflagen gebunden, wie z.B. die Größe des Unternehmen oder die Zugehörigkeit zu einem Index etc.

Die Tatsache der rasanten Verbreitung von ETFs und dem damit einhergehenden Mittelzufluss bedeutet nämlich auch, dass die Emittenten (seien es Black Rock, Vanguard oder andere) immer höhere Anteile an den im Index enthaltenen Unternehmen kaufen müssen, um diesen noch adäquat abbilden zu können.

Sollte es jedoch (z.B. im Zuge einer erneuten Finanzkrise) zu starken Verwerfungen und Verkäufen an den Aktienmärkten kommen, müssten ETF Anbieter ihre Gewichtungen wiederum reduzieren, was dann zu sinkenden Kursen aufgrund geringerer Nachfrage und in Folge erneuten Verkäufen aufgrund der stark gefallenen Kurse führen könnte. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Kurse regelrecht eine Eigendynamik entwickeln.

Ebenso spricht nichts dagegen, sich parallel einige Einzelaktien ins Depot zu legen, um nach und nach ein Gefühl für das Investment zu entwickeln. An dieser Stelle bieten sich gut geführte Familienunternehmen mit nachvollziehbaren Geschäftsmodellen oder Dividenden Aristokraten an.

Persönlich ziehe ich weiterhin Investments in Einzelaktien vor. Ich versuche zumindest dadurch langfristig den Markt zu schlagen. Welche Unterschiede in der langfristigen Performance schon einige Prozentpunkte jährlich ausmachen können habe ich in diesem Artikel dargelegt. Mit welchem Ansatz ich diese Outperformance erreichen möchte, werde ich in den nächsten Artikeln zu “meiner persönlichen Anlagestrategie” ausführlicher beschreiben. Wichtig bei dieser aktiven Vorgehensweise ist die Dokumentation und das konsequente Messen des eigenen Erfolgs oder Misserfolgs auch speziell anhand der Benchmarks (z.B. dem MSCI World).

Dabei muss eine Underperformance gegenüber der großen Indizes nicht zwingend bedeuten, dass die Strategie gewechselt werden muss. Auch Faktoren wie Spaß bei der Anlage und wie wohl sich der Anleger mit der gewählten Strategie fühlt, sollten berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz dürfen die Opportunitätskosten, sprich die Kosten die dadurch entstehen dass das Geld nicht alternativ und “bestmöglich” angelegt wurde, nicht außer Acht gelassen werden.

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Quellen:
https://zendepot.de/passiv-investieren/ergebnisse-privatanleger/

https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2019-03-06%20Aktieninstitut%20Aktionaerszahlen%202018.pdf

4 Kommentare

  • Manuel

    Hallo Yannick,

    ein sehr schöner Artikel wie ich finde. Ich glaube auch, dass bei Einzelaktien der Faktor Spaß ganz wichtig ist – den sollte man sich auch durch einzelne Rückschläge nicht verderben lassen. Zudem finde ich, gibt es gegenüber aktiven Fonds oder ETFs noch einen entscheidenden Vorteil: man kann sich die Unternehmen komplett nach seinen eigenen Kriterien und Wertevorstellungen, wie z.B. ökologischen oder ethnischen, aussuchen. Es gibt zwar eine zunehmende Anzahl an Fonds die in diese Richtung abzielen, allerdings sind dort die Kriterien häufig recht schwammig oder undurchsichtig, wie das Beispiel des Fonds “Prima Global Challenges” zeigt. Dieser auf Nachhaltigkeit orientierte Fonds hält Anteile an dem Softwareunternehmen Dessault Systèmes, welches am Bau von Waffensystem beteiligt ist. Sowas passiert bei Einzelinvestitionen nicht – es sei denn, man möchte es.

    • Yannick

      Hallo Manuel,

      danke dir für die positive Rückmeldung, das motiviert weiterhin am Ball zu bleiben!
      Den Gesichtspunkt der ökologischen und moralischen Kriterien hätte man noch in den Artikel mit aufnehmen können, da bin ich ganz bei dir.
      Wie bist du denn auf den Fonds gestoßen und richtest du deine Investements ganz generell nach oben genannten Kriterien aus ?

      Habe beim Kurzcheck gesehen, die Total Expense Ratio (TER) des Fonds beträgt 2,25% plus ggf. noch Ausgabeaufschlag von 5 %, das ist mal ne Hausnummer..
      Glaube auch die wenigsten Anleger schauen sich dann die Zusammensetzung des Fonds nochmal so im Detail an wie du es offensichtlich getan hast.

      • Manuel

        Hab über das Thema einen recht interessanten Artikel in einem Fachmagazin gelesen und da wurde u.a. dieses Beispiel genannt. Die Zusammensetzung der Fonds ist sowieso schwer zu überprüfen, da auf dem “Factsheet” nur die Top 10 Positionen gelistet sind (beim oben genannten Beispiel sogar nur die Top 5) und eine regelmäßige Überprüfung in der Tat wohl nur die wenigsten Anleger durchführen. Hier muss man, wenn man ethische oder ökologische Kriterien verfolgt, schon ein gewisses Vertrauen in den Fondsmanager haben und auch am besten nur in Fonds investieren, die glasklare Kriterien ausweisen (Nachhaltigkeit allein reicht hier nicht aus, da der Bergiff viel zu schwammig ist).
        Persönlich versuche ich schon Unternehmen auszuwählen, die zumindest in Sachen Führung, Moral und Umweltbewusstsein nicht negativ aufgefallen sind. Dies ist auch ein Grund warum ich ein Unternehmen wie z.B. Amazon sehr kritisch sehe. Die Arbeitsbedingungen dort würden wohl die wenigsten Anleger (und Kunden) ertragen, wenn Sie dort selbst beschäftigt wären. Von den Steuervermeidungspraktiken ganz zu schweigen. Für einen Anleger bietet das Unternehmen natürlich optimale Vorrausetzungen, weshalb ich Investemnts auch nachvollziehen kann, ich persönlich bin aber in diesem Bereich bereit auf Rendite zu verzichten, wenn diese nicht meinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Wobei ich ehrlich gesagt auch nicht für alle Unternehmen aus meinem Depot die Hand ins Feuer legen würde – und manchmal muss man als Investor eben doch Kompromisse eingehen.

        • Yannick

          Ja das stimmt, meistens stehen in der Shortinfo maximal 10 Positionen.
          Auf den entsprechenden Websiten findet man dann größtenteils das ausführliche Prospekt mit allen Beteiligungen.
          Soweit ich weiß, müssen die Positionen ausgewiesen werden.
          Allerdings investiere ich ja selbst nicht in Fonds, hole mir da maximal mit einem Blick auf die Positionen ein bisschen Inspiration.

          Mit der Moral ist es so eine Sache, wo fängt man an und wo hört man auf ? Da gibt es 2 Lager: diejeinigen die Moral und Rendite trennen oder anders ausgedrückt für Rendite auf moralische Aspekte verzichten. Und diejenigen wie dich, die für moralische Aspekte auf Rendite verzichten. Moral definiert ja auch schon jeder wieder anders.
          Und wie du schon richtig sagst, ist es fast unmöglich nachzuvollziehen was in den Unternehmen diesbezüglich passiert.
          Für mich persönlich kommen z.B. derzeit Investements in Rüstungs- und Tabakunternehmen nicht in Frage.

          Moral an der Börse.. wäre eigentlich auch mal ein gutes Thema für einen Artikel..

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